Doppelinterviewklein

Mädchen, traut euch hinter den Herd!

Geschichten wie sie nur die Gastro schreibt

In der Gastro kann man gerade als Frau Karriere machen, sagen Astrid Krainer, die beste Köchin des Landes, und Julia Hadwich, eine der besten Nachwuchsköchinnen.

Astrid, du bist die beste Köchin der Steiermark und österreichweit die Nummer 2, da liegt nur Johanna Maier noch vor dir. War diese steile Karriere immer dein Plan?
Astrid Krainer: Nein, das war sie nicht. Es ist auch nie der Ehrgeiz, der mich antreibt, sondern die Leidenschaft für diesen Beruf. Ich wollte immer Spaß bei der Arbeit haben. Ganz ungezwungen. Mein Ziel war und ist es, so zu kochen, dass ich mit mir selbst zufrieden bin. Und das bedeutet ganz einfach immer gutes Essen auf den Tisch zu bringen. Natürlich bin ich auch nervös, wenn wieder eine neue Bewertung herauskommt oder ein wichtiger Guide erscheint. Aber man darf das alles nicht überbewerten. Ich wollte ja zunächst gar nicht Köchin werden.

Was dann?
Astrid Krainer: Etwas Künstlerisches war das Ziel. Aber mich hat es ebenso gereizt einmal im Ausland zu arbeiten. Und da ist die Gastro natürlich sehr praktisch, weil man sich die Jobs auf der ganzen Welt aussuchen kann.

Wie war das bei dir, Julia? Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?
Julia Hadwich: Irgendwann habe ich begonnen, mich mit Ernährung auseinanderzusetzen und dann auch selbst zu kochen. So ist die Liebe dazu entstanden. Im vergangenen Dezember habe ich an der Tourismusschule in Gleichberg dann die Lehre abgeschlossen. Im „Freiblick“ in Graz darf ich als Junior Sous Chefin nun auch schon einige Verantwortung am Herd übernehmen.

Frauen sind in den Küchen ja eine Seltenheit. Warum denkt ihr ist das so?
Julia Hadwich: Zuerst habe ich auch gedacht, es ist ein beinharter Beruf und Männer tun sich leichter mit dem Stress umzugehen. Aber das ist Blödsinn. Wer gut arbeitet, verschafft sich Respekt. Ich kann nur sagen: Mädchen, traut euch hinter den Herd. Es ist ein super Beruf, in dem man seine Kreativität ausleben kann, immer Neues entdeckt und jeder Arbeitstag ein Abenteuer ist.
Astrid Krainer: Ja, man muss schon ein bisschen was aushalten können, aber da kann man sich durchsetzen. Für mich war das nie ein Problem, der Zusammenhalt in der Gastro ist ein fantastischer. Das erlebt man in dieser Form wohl in keiner anderen Branche. Und der raue Umgangston, der früher in den Küchen vielleicht zum Standard zählte, den gibt es so heute auch nicht mehr.

Welchen Ton pflegst du in der Küche, als Chefin?
Astrid Krainer: Für mich ist Einfühlungsvermögen und Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern wichtig. Vielleicht macht einen das manchmal schwach, weil man nicht genügend Härte zeigt. Aber am Ende geht es um menschliche Beziehungen. Man kann seinen Mitarbeitern Wissen vermitteln, aber auch Werte. Und ich habe immer gemerkt, dass das geschätzt wird. Als ich zum Beispiel im Landhaus Bacher in Mautern gearbeitet hatte, war das dort genau der Fall. Lisl Wagner-Bacher hat uns mit großem Herz geführt und immer ein Ohr für unsere Probleme gehabt. Das habe ich mir zum Vorbild genommen. Gastronomie funktioniert wie eine große Familie.
Julia Hadwich: Deshalb sagt man ja auch: Einmal Gastro, immer Gastro. Es ist ein Beruf, der fasziniert, einen prägt und nicht mehr loslässt. In dieser Branche entsteht eine unglaubliche Bindung zu den Kollegen. Die Arbeit schweißt zusammen. Und das beste ist: Man lernt niemals aus, der Blick ist immer nach vorne gerichtet und man hat alle Chancen der Welt.

Und wie sehen die Zukunftspläne aus?
Julia Hadwich: Also zunächst bin ich einmal sehr glücklich über meinen Job, den ich hier im „Freiblick“ machen darf - das ist eine spannende Herausforderung. Der Traum wäre aber, irgendwann mal ein eigenes Lokal zu eröffnen. Bis dahin muss ich aber noch einiges lernen. Vielleicht auch im Ausland. Die Karriere-Türen stehen einem in der Gaston weit offen, man muss nur durchgehen.
Astrid Krainer: Ja, das stimmt. Der Beruf bietet ein so breites Spektrum an Möglichkeiten. Wie ich ja schon gesagt hatte, wollte ich nach der Schule eigentlich etwas Künstlerisches machen. Und das kann ich mit meinen Keramikarbeiten nun voll ausleben.

Deine kunstvollen Teller und Schüsseln haben ja schon für Schlagzeilen gesorgt. Wie kam es zur Idee, das Geschirr selbst zu produzieren?
Astrid Krainer: Das war eigentlich ein sehr pragmatischer Zugang. Wir sind viel unterwegs und sehen andere Restaurants und ich habe immer die schönen handgefertigten Teller bestaunt, die wir uns aber nicht leisten können. Aber ich war mir sicher: Das bekomme ich auch hin. Dann habe ich Kurse gemacht, bald stand ein Brennofen zuhause und so hat das eine das andere ergeben. Und heute ist es genau jenes künstlerische Handwerk, das mich wie das Kochen selbst begeistert. Auch das ist ein Beispiel für das, was in der Gastro alles möglich ist.

Darum ist es der beste Job der Welt

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